Wohnkonzepte der Zukunft: Wie verändert sich das Wohnen und Leben?

Überalterung der Gesellschaft, schrumpfende Bevölkerungszahlen –dennoch wird Wohnraum immer knapper und die Mieten steigen. Ein Widerspruch? Nein, denn die Art des Wohnens hat sich in den letzten dreißig Jahren in Deutschland stark verändert. Während in den 1970er Jahren noch 2,94 Personen pro Haushalt gemeldet waren, sind heute über ein Drittel der Haushalte Single Haushalte. Zudem wohnen 50 Prozent der Bevölkerung in städtischen Ballungsgebieten, wo der Platz ohnehin knapp wird. Wie wird sich das Wohnen in Zukunft verändern?

Alltäglicher Neuanfang

Megatrends wie Individualisierung und Digitalisierung wirken sich nicht nur auf unser Berufsleben, sondern auch auf die Art, wie wir wohnen, aus. Festgeschriebene Biografien gibt es heute kaum noch. Wir haben die Wahl zwischen unendlich vielen Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten möchten. Das bedeutet einerseits eine große Freiheit. Andererseits aber auch eine gewisse Verpflichtung, sich stets neu zu erfinden, von einer Station zur nächsten zu gehen. Brüche in Berufsbiografien finden sich heute immer häufiger, der komplette Neuanfang und lebenslanges Lernen sind keine hohlen Phrasen mehr, sondern für viele Realität geworden. Mit solchen Neuanfängen sind meist auch Ortswechsel und Umzüge verbunden.

Virtuelles wird real – und umgekehrt

Der virtuelle Raum und technologische Möglichkeiten lassen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen. Arbeiten im Home-Office ist heute keine Seltenheit mehr. Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten löst sich von Raum und Zeit. All diesen Entwicklungen müssen Wohnkonzepte Rechnung tragen: Wenn das Leben der Menschen flexibler wird, dann müssen Wohnungen und Einrichtungen das auch werden.

Conceptual Living: Wohnkonzepte müssen so flexibel sein wie ihre Bewohner

Das Zukunftsinstitut hat sich mit diesen Fragen beschäftigt und den Trend des Conceptual Living ausgemacht. Nach Ansicht der Forscher müssen Wohnräume und Einrichtungen ebenso flexibel werden wie das Leben der Bewohner. Räume müssen je nach Bedarf veränderbar sein und mal als Büro, mal als Wohn- dann wieder als Schlafzimmer dienen. Denn einerseits wird der begehrte Platz in Städten wie Berlin, München oder Düsseldorf immer knapper und teurer.

Andererseits wird die digitale Kultur des Austauschens und Teilens nach Einschätzung der Autoren auch auf das alltägliche Leben übergreifen. Viele Dinge werden wir uns bei Bedarf mieten – zum Beispiel einen Partyraum oder eine große Küche. Waschen werden wir in Waschsalons und nicht mehr mit der eigenen Waschmaschine im Badezimmer. Und vieles wird in Zukunft mehrere Funktionen erfüllen müssen, weil der Platz sonst knapp wird: Ein Bett wird zugleich der Schreibtisch sein müssen und je nach Bedarf umgebaut werden. Wände werden durch flexible Trennwände oder Raumteiler ersetzt werden, die je nach Bedarf, Tageszeit und Tätigkeit verschoben werden können. Neue Wohnkonzepte sind gefragt – mehr denn je.

Wir lieben Herausforderungen

Steigende Mieten, Verstädterung und Individualisierung fordern nicht nur Politik und Immobilienwirtschaft heraus. Sondern auch und vor allem Designer und Architekten. Wir wollen bei diesen spannenden Entwicklungen dabei sein. Veränderungen, neue Trends und neue Herausforderungen sind genau unser Ding. Deshalb arbeiten wir daran, das Wohnen der Zukunft aktiv mitzugestalten. Seid Ihr auch dabei?

 

Bildquelle: Julia Vadi /  Fotolia

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

  • Interessant

    Wirklich ein interessanter Artikel zum Thema. Danke!