Maximaler Lernerfolg: 7 Tipps für einen richtig guten Workshop

Der Workshop löst als Weiterbildungsformat langweilige Vorträge in klimatisierten Konferenzhallen zunehmend ab. Zum Glück: Denn wie Neurodidaktik und Lernforschung in den letzten Jahren und Jahrzehnten herausgefunden haben, ist passives Zuhören dem Lernerfolg nicht zuträglich. Damit sich Deine Mitarbeiter das Gelernte gut merken können und ihr neu erworbenes Wissen dann auch anwenden, solltest Du einige Dinge beachten. Wir haben 7 Tipps für den maximalen Lernerfolg zusammengestellt.

1. Workshop: Ein bisschen Spaß muss sein.

Zugegeben: Das klingt nach Roberto Blanco und Spaßgesellschaft. Aber es stimmt. Unser Gehirn  will  lernen. Es will neues Wissen aufsaugen. Was uns oft in Schule und Ausbildung als lästige Pflicht vermiest wird, ist eigentlich ein Urinstinkt. Der Mensch ist neugierig. Am besten lernen wir, wenn wir Spaß dabei haben – und damit wir Spaß haben, sind die nächsten Punkte in dieser Aufzählung wichtig.

2. Lernmotivation steigern – wie geht das?

Wir lernen dann am besten, wenn wir wissen wofür. Wenn Mitarbeiter einen Workshop besuchen, sollten sie ein konkretes Ziel vor Augen haben. Effizientere Arbeitsprozesse, eine neue Position, eine höhere Gehaltsstufe, ein interessantes Projekt.

Wer das Gefühl hat, dass das, was er lernt, nichts bringt, der merkt sich auch nichts. Damit wären wir schon beim nächsten Punkt.

3. Auf den Inhalt kommt es an: Das Gehirn merkt sich, was es für relevant hält.

Aus dem Gelernten sollten die Teilnehmer eines Workshops einen konkreten Nutzen ziehen können.

  • Können sie mit einer neuen Methode besser und schneller Ideen generieren?
  • Können sie ihre Aufgaben effizienter organisieren?
  • Lernen Sie eine neue Software kennen, die den Arbeitsalltag erleichtert?

Ein konkreter Bezug zur aktuellen Position oder zu einer zukünftigen Aufgabe ist Pflicht. „Nur mal so“ einen Workshop zu besuchen – das bringt nichts. Denn selbst wenn das Gehirn aufnimmt, was im Workshop vermittelt wird: Wenn das Wissen in der Folge keine Anwendung findet, geht es kurze Zeit später verloren.

Damit die Lernmotivation auch für den nächsten Workshop erhalten bleibt, ist es wichtig, dass die Ergebnisse hinterher nicht in der Schublade verschwinden. Am besten ist es, den Workshop auf ein konkretes Projekt hin auszurichten und das Erarbeitete dann sofort zu verwenden. So sehen alle Teilnehmer, dass ihr Beitrag wichtig war und wertgeschätzt wird.

Überlege deshalb genau, welche Mitarbeiter Du auf welchen Workshop schickst: Welche Aufgaben hat der- oder diejenige? Wie kann er oder sie von einer Weiterbildung im Arbeitsalltag profitieren?

4. Reden ist Gold: Über das Gelernte sprechen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. In unserer Geschichte war es immer notwendig, dass wir mit anderen Menschen kommunizieren, in Verbindung treten, ihre Gefühle, Stimmungen und Absichten richtig deuten. Deshalb ist unser Gehirn auf Kommunikation, Empathie und Austausch mit anderen programmiert.

Sprechen wir mit anderen deuten wir deren Emotionen und geben unserem Gesprächspartner emotionales Feedback, wie der Lernforscher Manfred Spitzer erklärt. In diesem Prozess erkennt unser Gehirn, dass etwas wichtig ist und gespeichert werden sollte. Mimik, Gestik und Stimmlage tragen dazu bei, dass wir uns Dinge besser merken können, weil sie Zeichen der Emotionen sind. Der unmittelbare Kontakt ist dabei entscheidend: Ein Chat oder sogar ein Telefonat wirken sich nicht so positiv auf die Merkfähigkeit aus wie face-to-face-Kommunikation.

Deshalb baue in Deinen Workshop immer auch Phasen ein, in denen die Teilnehmer sich untereinander paarweise oder in Kleingruppen austauschen können und sich Gelerntes gegenseitig vermitteln.

5. Lernen mit allen Sinnen: Inhalte umfassend vermitteln.

Unser Gehirn bildet die besten und stabilsten Verknüpfungen, wenn es Inhalte mit möglichst vielen Sinnen erfassen kann. Wer also zum Beispiel etwas hört, darüber spricht, dazu etwas visualisiert. Auch wer Dinge aufschreibt, kann sie sich besser merken, als wenn er sie nur liest (Vorsicht: das gilt nur für die Handschrift!). In vielen Workshops hat das klassische Brainstorming bereits ausgedient und wurde vom Brainwriting abgelöst.

Um das umzusetzen eignen sich zum Beispiel Mindmaps oder Moderationskarten, bei denen die Teilnehmer Zusammenhänge aufschreiben oder -zeichnen und diese neu gruppieren können. Auch Post-its, die aufgeklebt und sortiert werden können, sind ein gutes Medium.

6. Bewegt Euch.

Zum einen hilft Bewegung dabei, das Gehirn grundsätzlich fit zu machen für’s Lernen. Denn durch Bewegung steigt der Serotonin-Spiegel im Blut: Stimmung und Leistungsfähigkeit steigen.

Zum anderen kann Bewegung während des Workshops auch den Lernerfolg steigern: Wenn eine Bewegung mit einer Information verknüpft wird, dann kann das Gehirn die Information besser speichern (siehe auch Tipp 5).

Hier lässt sich eine CUBELIX Einrichtung als eigenes Element in den Workshop integrieren. Denn wer kreativ sein will, braucht Kreativräume. Der Umbau der Möbel, das Umstellen und neu Gruppieren kann so eine Verknüpfung mit einer bestimmten Information schaffen. Und auch kommunizieren müssen die Teilnehmer, wenn sie Möbel umbauen: siehe Tipp 4!

Wie schon im Beitrag zum Thema Kreativworkshops gezeigt, kann eine CUBELIX Ausstattung damit zum eigenen Element im Workshop werden.

7. Raus aus der Komfortzone: Verlasst Euer Spezialgebiet.

Vor allem wenn es darum geht, Kreativität zu fördern, sollten Mitarbeiter ihr Spezialgebiet verlassen und sich in einem ganz anderen Fachbereich versuchen. Ein neues Gebiet ermöglicht einen frischen Blickwinkel, neue Perspektiven.

Unser Gehirn können wir uns vorstellen wie einen Wald mit vielen Trampelpfaden. Die Trampelpfade sind die neuronalen Verknüpfungen, die die Informationen speichern. Je öfter wir die Trampelpfade beschreiten, desto breiter werden sie, desto schneller können wir sie gehen. Wir haben Routinen gefunden. Das ist sehr effizient im Alltag und hilft uns dabei, nicht immer über alles ewig nachdenken zu müssen, sondern Aufgaben schnell zu erledigen.

Allerdings sind diese Trampelpfade auch schon sehr ausgelatscht und wir sehen die Bäume, das Moos, die Büsche und Tiere neben den Pfaden nicht mehr, weil wir nur noch über den Weg rasen.

Verlassen wir unser Spezialgebiet dagegen (also den Trampelpfad) begeben wir uns auf eine Erkundung abseits des Weges und entdecken neue Dinge – Dinge, die wir von unserem Weg aus nicht mehr sehen können. Und das kann ziemlich spannend werden.

Also: Kommen wir gemeinsam vom Weg ab und lernen wir.

Bild: © baranq / Fotolia.com

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